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Botschaft des Papstes zum Weltjugendtag 2007
Nur die Hilfe des Herrn erlaubt es uns nämlich, angesichts der gewaltigen Größe der zu bewältigenden Aufgabe nicht der
Resignation zu erliegen, und nur sie verleiht uns den Mut, das zu verwirklichen, was nach menschlichem Ermessen undenkbar ist. Vor allem die Eucharistie ist die große Schule der Liebe. Nimmt man regelmässig und
mit Ehrfurcht an der Heiligen Messe teil, verbringt man in Gesellschaft mit dem eucharistischen Jesus lange Momente der Anbetung, so ist es leichter, die Länge, Breite, Höhe und Tiefe seiner Liebe zu begreifen,
die jede Erkenntnis übersteigt (vgl. Eph 3,17–18). Durch das Teilen des eucharistischen Brotes mit den Brüdern der kirchlichen Gemeinschaft wird man dann dazu angetrieben, die Liebe Christi »mit Eile«, wie es die Jungfrau gegenüber Elisabeth getan hat, in einen großherzigen Dienst an den Brüdern umzusetzen.
gesamte Botschaft
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In besonders bedeutungsvoller Weise beginnt mein Pontifikat während die Kirche das besondere Jahr der
Eucharistie lebt. Wie sollte ich nicht in diesem Zufall durch die Vorsehung ein besonderes Element sehen, dass den Dienst charakterisieren soll zu dem ich berufen bin. Die Eucharistie, das Herz des christlichen
Lebens und die Quelle der evangelisierenden Mission der Kirche kann nichts anderes tun als das bleibende Zentrum und die Quelle des Dienstes des Petrus zu sein, das mir anvertraut wurde. Die Eucharistie macht den
auferstandenen Christus immer und konstant gegenwärtig. Der sich uns immer weiter schenkt, der uns ruft, an dem Tisch seines Leibes und Blutes teilzunehmen. Aus der vollen Gemeinschaft mit ihm, kommt jedes andere
Element der Gemeinschaft der Kirche. Zuerst die Gemeinschaft zwischen allen Gläubigen. Der Einsatz der Verkündigung und des Zeugnisses des Evangeliums. Das Brennen der Liebe allen gegenüber, besonders gegenüber
den Armen und Schwachen. In diesem Jahr muss mit besonderer Weise die Feierlichkeit des Fronleichnams gefeiert werden. Die Eucharistie wird dann im Zentrum stehen im August, beim Weltjugendtag in Köln und im
Oktober bei der in der ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode. Das sich mit dem Thema die Eucharistie als Quelle und Gipfel des Lebens und der Sendung der Kirche beschäftigen wird. Ich bitte alle in den
nächsten Monaten die Liebe und die Hingabe an Jesus in der Eucharistie zu intensivieren und in mutiger Weise und klar den Glauben an die Anwesenheit des Herrn auszudrücken. Vor allem durch die Feierlichkeit und
Richtigkeit der Zelebrationen. (Predigt vor den Kardinälen bei der Hl. Messe nach der Wahl)
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Ausschnitt aus dem Buch unseres neuen Papstes „Gott ist uns nah“ S. 119
Blicken wir auf das Knien vor dem Herrn: die Anbetung. ... Denn wenn der Herr sich uns gibt, kann ihn empfangen
nur zugleich sein: sich vor ihm beugen, ihn verherrlichen, ihn anbeten. Und auch heute steht es nicht gegen die Würde und Freiheit und Größe des Menschen, das Knie zu beugen, Gehorsam vor ihm zu haben, ihn
anzubeten und zu verherrlichen. Denn wenn wir ihn leugnen, um nicht anbeten zu müssen, dann bleibt ja nur die ewige Notwendigkeit der Materie übrig. Dann sind wir wirklich unfrei, nur irgendein Staubkorn, das in
der großen Mühle des Weltalls herumgeschleudert wird und sich vergeblich Freiheit einzureden versucht. Nur wenn er der Schöpfer ist, ist der Grund aller Dinge Freiheit und können wir frei sein. Und indem sich
unsere Freiheit vor ihm beugt, wird sie nicht aufgehoben, sondern erst wahrhaft angenommen und endgültiggemacht. Aber an diesem Tag kommt noch eines dazu. Der, den wir anbeten ist nicht eine ferne Macht. Er hat
sich selbst vor uns hingekniet, um unsere Füße zu waschen. Und das gibt unserer Anbetung das Gelöste, das Hoffende und das Frohe, weil wir uns vor dem beugen, der sich selbst gebeugt hat, weil wir uns in die
Liebe hineinbeugen, die nicht versklavt, sondern verwandelt. So wollen wir den Herrn bitten, dass er solche Erkenntnis und solche Freude uns schenken möge und dass sie von diesem Tag weit hinausstrahlen möge in
unser Land und in unseren Alltag.
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In seinem Buch “Vom Geist der Liturgie” schreibt er:
Eine Kirche ohne eucharistische Gegenwart ist tot, die Kommunion bedarf der eucharistischen
Anbetung «Transsubstantiation [Wesensverwandlung von Brot und Wein], Anbetung des Herrn im Sakrament, eucharistischer Kult mit Monstranz und Prozessionen - das alles seien mittelalterliche Irrtümer, so sagt
man uns; Irrtümer, von denen man nun ein für alle Mal Abschied nehmen müsse. Die eucharistischen Gaben seien zum Essen, nicht zum Anschauen da». (S.74). Aber: Die Eucharistie zu essen ist «ein spiritueller, ein
ganz-menschlicher Vorgang. Ihn 'essen' heisst. ihn anbeten. Ihn 'essen' heisst: ihn einlassen in mich, so dass mein Ich umgewandelt wird ... So steht Anbetung nicht gegen Kommunion, auch nicht neben
ihr, sondern Kommunion erreicht ihre Tiefe nur, wenn sie getragen und umfangen ist von der Anbetung. Die eucharistische Gegenwart im Tabernakel setzt nicht eine andere Auffassung von Eucharistie neben oder gegen die
Eucharistiefeier, sondern bedeutet erst ihre volle Verwirklichung..... Eine Kirche ohne euchartistische Gegenwart ist irgendwie tot, auch wenn sie zum Beten einlädt. Aber eine Kirche, in der vor dem Tabernakel das
heilige Licht brennt, lebt immer, ist mehr als steinerner Bau.... Damit die Gegenwart des Herrn uns konkret anrührt, muss der Tabernakel auch in der Architektonik des Kirchenbaus den gebührenden Platz finden.»
(S.74ff)
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